Freitag, 04. April 2025
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Berlin in der „Buchstabenfalle“ des „Vermutungsjournalismus?“

TagesSpiegelEi — Kolumne rund um digitale Hürden

Glosse Michael Springer

Ein Arbeiterjunge aus Spandau ist Regierender Bürgermeister von Berlin geworden! — Toll! — Das letzte Arbeiterkind, aus dem ein großer Regierende Bürgermeister wurde, stammte aus Lübeck. — In einer multiplen Universitätsstadt wie Berlin weckt das ätzende Neider und intellektuellen Hochmut! — Igitt! —

Drei Wahlgänge wurden gebraucht! — Nur! — Denn nun hat man in Berlin etwas mehr Übung! — Es war ja auch eine verfassungsrechlich verordnete Wiederholungswahl vorher fällig!

Was ist die Sachlage? — Kai Wegner wurde in drei Wahlgängen mit „wachsenden Zuspruch“ und mit stabiler Mehrheit gewählt! — Das ist geil! — Er ist nicht etwa „durchgefallen!“

Offene Rechnungen in den eigenen Reihen, Mißmut in der verhandelten Koalition — „alles“ nicht neu in Parlamenten, auch nicht im Berliner Abgeordnetenhaus! — Immer auch menschlich und psychologisch nachvollziehbarer Nebenschauplatz in der repräsentativen Demokratie, in der „Verlieren“ eben auch biografisch verletzende Wirkungen und vernichtete Träume bringen kann!

Im Tagesspiegel wurde aus der Wahl des Regierenden Bürgermeisters in Reihenfolge ein Wahlkrimi, und danach „Die gemeine Wahl“.

In der Kommentierung befindet sich nun Kai Wegner in der Falle der SPD. — Jedoch nicht lange: ein roter Knopf lässt Spitzenkommentator Lorenz Maroldt in der Abo-Falle aus dem offenen Internet verschwinden.

Ein Team übernimmt: nun wird die Vermutung der AfD-Heimtücke hervorgezaubert: Das Spiel der AfD und Wegners Beitrag: „Angeblich sollen zehn AfD-Abgeordnete für Wegner gestimmt haben. Das erscheint unwahrscheinlich, aber auszuschließen ist es nicht.“ — Es ist recherchierbarer Quatsch!

Hinter der Abo-Paywall des Tagesspiegel baut sich ein durch Vermutungen und Meinungsäußerungen erzeugter Bias auf: „… bei der Wahl ging es nicht ganz verabredungsgemäß zu!“ — Ach Gottchen! —

Fakt ist: Kai Wegner ist in freier und geheimer Wahl gewählt, vereidigt und im Amt! — Und er hat nun neben Berlin und den hier lebenden Menschen den „Hauptstadtjournalismus“ mit seinen Anwürfen, Vermutungen, „Fiktiönchen“ und „spukhaften Fernwirkungen“ an der Backe! — Au Backe!

In den Koalitionsparteien ist nun „Kacke am Dampfen!“ — „Polithauereien“ gehen bald in Hinterzimmern und „SocialMedia-Silos“ weiter — bis neue Parteitage neue Fakten ans Licht der Öffentlichkeit fördern.

Hoffentlich auch mal wieder Menschen mit „Bewährungsaufstieg“ — statt „Twitter-ADHS!“ — Die Christdemokraten in den „Randbezirken“ haben das erfolgreich wiederbelebt! — Chapeau!

Die Leserinnen und Leser und die Tagesspiegel-Abonnenten und die Hineinlesenden sind von echten Problemlagen und Realitäten der Metropole Berlin eine Zeit abgelenkt! — Bis sie im Lokalteil wieder in den Alltag hineinbrechen und lösungsorientiert bearbeitet werden müssen! — Gut so!

Kai Wegner kann nun in Ruhe regieren. Denn die Tagesspiegel-Abo-Paywall wirkt auch hermetisch beruhigend — kalmiert Shitstorms und Politkrisen.

100 Tage lang ist die Schonfrist, in der der neue Senat seine Amtsführung und seine Teampolitik neu justieren, entfalten und ausrollen kann. — Glückauf!

Die Zeitläufte wirken heilsam! Nicht Berlin und nicht Kai Wegner sitzen in der Falle! — Sondern Lorenz Maroldt und das Redaktionsteam des Tagesspiegel sitzen in der ABO-Falle der dem Untergang geweihten Digitalökonomie!

Die weltoffene, interkulturelle und tolerante Gesellschaft kann das „noch“ ertragen! — Aber nicht auf Dauer damit leben und überleben! — Vor allem nicht jene Bürgerinnen und Bürger, die weder Zeitung noch Internet am Bett und Krankenbett haben! — Verfassungswidrig ist das! — Konstruktive Politik geht damit auch nicht!

Die Grenzen zwischen „arm“, „informiert“ und „chancenreich“ werden von Konzernverlagen und dem „clickonomischen Qualitätsjournalismus“ ignoriert! — Populismus, Vermutungsjournalismus und Abo-Paywalls wirken zusammen! — „Das systemar und das ist Kacke!“

Und so befindet sich heute ganz Berlin in der „digitalen Buchstabenfalle“ — Der „selbstwohlgefühlte Qualitätsjournalismus“ trägt ein gerüttelt Maß an Mitverantwortung für die allgemeine Lage, für Chaos, Bildungslücken, Elitenhochmut und soziale Unordnungen in Berlin! — Ändert das!

Zum Glück kann Kai nun auch „Digitalpolitik!